Ultraschall

Vorsichtig und schonend tief blicken

Die Ultraschalldiagnostik – auch Sonographie genannt – ist das derzeit führende bildgebende Verfahren bei der Untersuchung von Organen. Wir führen Ultraschalluntersuchungen an Hüfte, Schädel, Schildrüse, Bauch und Nieren durch. Da die Untersuchung als unschädlich gilt, hat Ultraschall in der Kinder- und Jugendmedizin in weiten Bereichen das Röntgen verdrängt.

Diese Organe werden häufig durch Ultraschall in der Kinder- und Jugendmedizin untersucht:


Hüfte – Fehlstellung früh erkennen

Bei einem kleinen Prozentsatz der Säuglinge besteht die Gefahr einer sogenannten „Hüftdysplasie“. Das ist eine Fehlstellung des Oberschenkelkopfes in der Hüftpfanne. Wird das Problem nicht rechtzeitig erkannt und therapiert, kann es zu einer schweren körperlichen Behinderung kommen. Während früher Hüftdysplasie meist operativ behandelt wurde, können derartige Eingriffe heute dank Früherkennung durch Ultraschall in der Regel verhindert werden. Die Behandlung erfolgt heutzutage mit Spreizhosen oder Schienensystemen. Und wann sollte die Hüfte untersucht werden? Bei gefährdeten Neugeborenen – etwa nach Beckenendlage vor der Geburt oder einer familiären Disposition mit Hüftdysplasie – sollte die Ultraschalluntersuchung in den ersten beiden Lebenswochen erfolgen. Routinemäßig wird die Untersuchung bei der U3 in der 4. bis 6. Lebenswoche von uns vorgenommen.


Schädel – vorsorglich hineinschauen

In den ersten Lebensmonaten eines Säuglings kann durch die noch offene Fontanelle eine Ultraschalluntersuchung des Gehirnes vorgenommen werden. Dabei wird der Schallkopf auf die Fontanelle aufgesetzt und eine Abbildung des Gehirnes dargestellt. So lassen sich frühzeitig Missbildungen, Blutungen oder auch Tumore des Gehirns erkennen. Außerdem ist damit eine Früherkennung eines Hydrocephlus, das ist eine krankhafte Erweiterung der liquorgefüllten Flüssigkeitsräume des Gehirns, ohne Einsatz komplizierter Methoden möglich.


Harnwege – organische Störungen ausschließen

Eine besonders wichtige Untersuchung in der Kinder- und Jugendmedizin ist die Kontrolle der Nieren, der Harnwege und der Harnblase. Per Ultraschall lässt sich relativ sicher ein normales Ableitungssystem nachweisen. Andererseits können wir ohne große Belästigungen für die kleinen Patienten Harnstauungen durch Verengungen, Nierensteine, Missbildungen oder auch andere Störungen erkennen. Kinder und Jugendliche, die häufiger Harnwegsinfekte haben oder nachts noch mal einnässen, sollten unbedingt ihr Harnssystem untersuchen lassen. Denn der Ultraschalltest zeigt, ob organische Störungen oder eventuelle Missbildungen vorliegen und macht so erst eine gezielte Therapie möglich.


Bauchraum – besser regelmäßig prüfen

UltraschallWohl jedes Kind hat einmal Bauchschmerzen, ohne wirklich krank zu sein. Treten jedoch regelmäßig und vor allem ungewöhnlich heftige Beschwerden auf, sollte ein Arzt konsultiert werden. Neben der körperlichen Untersuchung und Bluttests können im Ultraschallbild die Organe des Bauchraumes – also Leber, Gallenblase, Milz, Bauchspeicheldrüse, Nieren und Harnblase – gut beurteilt werden. Haben Kinder Bauchschmerzen wollen wir mit unseren Untersuchungen drei Fragen beantworten. Erstens: Wo genau treten die Schmerzen auf? Zweitens: Welchen Charakter haben die Schmerzen? Sind sie anhaltend, stechend, kolikartig? Ein schmerzverzerrtes Gesicht, blasse Hautfarbe und Angst sind immer Anzeichen für eine ernste Ursache. Und drittens: Gibt es einen zeitlichen Zusammenhang bei den Bauchschmerzen? Treten sie etwa beim Atmen auf, ist eine Lungenentzündung wahrscheinlich, Bauchschmerzen beim Stuhlgang deuten eher auf eine Verstopfung hin.


 

Wichtig zu wissen

Bei allen ungewöhnlichen und länger andauernden Beschwerden und Schmerzen gilt: Lieber einmal zu früh und zu viel in die Praxis gehen als zu spät oder gar nicht.

 

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